Höhenprofil

The Mountainman Ultratrail

Nach dem Eiger Ultra Trail vor einem Monat stand am Samstag dem 19. August der Mountainman an. Beim Mountainman stehen verschiedene Runden zur Auswahl. Je nach Distanz läuft man eine, zwei oder beim Ultra, alle drei Runden. Nach jeder Runde kehrt man nach Frutt zurück und geht dann auf die nächste Runde.

Claudia und ich kamen bereits am Freitag Nachmittag in Melchsee-Frutt an, bezogen dann als erstes unser Zimmer im Hotel Gemsy und machten uns bei noch schönem Wetter auf eine kleine Wanderung. Dabei konnte ich auch schon ein Stück der morgigen Strecke begutachten.

Am Abend und in der Nacht regnete es zeitweise sehr heftig und die Temperatur fiel stark. Am Samstag standen wir um 05.30 Uhr auf, ich ass gleich mein Poridge und machte mich startklar. Es regnete zum Glück nicht mehr, nur Wolken und Nebelschwaden hingen in den Berggipfeln. Um 8.00 Uhr liefen wir Ultraläufer als erste los.

Zu Beginn ging es ziemlich flach oberhalb des Melchsee und Tannensee vorbei und dann rechts um den See herum in den ersten Anstieg, hinauf zur Balmeregg und die lange Reise begann… Bis nach Planplatten lief es sich noch recht gut und es standen keine grösseren Schwierigkeiten an. Das Feld zog sich langsam weiter auseinander. Nach einem kurzen Abstieg ging es nun das erste Mal richtig steil zum Hochstollen auf 2480 Meter hoch. Technisch war der Aufstieg nicht schwierig, linkerhand fiel der Berg jedoch teils steil in die Tiefe und immer wieder wurde die Sicht durch Nebel und Wolken gemindert. Vom Hochstollen ging es dann steil wieder nach Frutt zurück. Die Bergwege waren vom Regen aufgeweicht und rutschig, es war schwierig und mühsam zu laufen. Die vielen Kühe hier oben zertrampelten teilweise noch zusätzlich die Wanderwege bis zur Unkenntlichkeit. Nach dem steilen Abstieg ging es kurz über einen Fahrweg weiter bevor der Wanderweg wieder rechts in einen Singeltrail wechselte. Ich übersah den Abzweig und lief weiter talwärts. Teilweise war der Trail auch wirklich nicht gut markiert, ein GPX Track ist auf jedenfall empfehlenswert. Zum Glück meldete meine Uhr bald, dass ich vom Weg abgekommen bin. Ich sah den Weg oberhalb von mir und kämpfte mich über die Wiesen im direkten Aufstieg wieder auf den Trail. Nach nicht ganz drei Stunden konnte ich die erste Runde abhaken und traf wieder in Frutt ein.

Bei der zweiten Runde waren etwas weniger Höhenmeter zu bewältigen, eine lockere Runde wurde es aber deshalb nicht. Über den Bonistock ging es im Auf und Ab Richtung Jochpass. Unter uns in tiefem dunkelblau und grün der Engstlensee und auf der gegenüberliegenden Seeseite die steilen Bergwände mit kleineren Wasserfällen. Das letzte Stück auf den Jochpass ging wieder steil hoch und dann auch gleich wieder steil runter. Zurück ging es nun direkt an den Seen vorbei. die Wege waren zeitweise recht breit und ich konnte es etwas rollen lassen und mich erholen. Das letzte Stück kannte ich bereits von der ersten Runde. Nach 6 h 16 und 44 Kilometern traf ich das zweite mal in Frutt ein. Eigentlich hätte ich jetzt genug gehabt, die ewigen Rutschpartien machten mich müde und nervten mich immmer mehr. Vielleicht war ich halt doch noch nicht ganz regeneriert vom Eiger Ultra Trail. So oder so die letzte Runde wartete auf mich und die sollte es mit über 1500 positiven Höhenmeter  nochmals insich haben.

Zum Glück, es ging nun erst mal auf einer Asphaltstrasse talwärts, etwas erholen bis zur Stöckalp, dachte ich mir. Die feudale Strasse endete jedoch schon nach einigen Metern und es ging auf einem zwar breiten aber sehr steinigen Weg weiter. Der Downhill über sechs Kilometer und 800 Höhenmeter über den Schotter waren alles andere als erholsam und ich musste mich sehr konzentrieren. Unten angekommen mussten die 800 Meter auch gleich wieder hochgelaufen werden und es ging wieder steil nach oben durch den Wald, dem Bach entlang der einige Male gequert werden musste. Im Aufstieg schloss sich eine Viergruppe zusammen. Ich war froh mich etwas ziehen lassen zu können, nachdem ich doch meist alleine lief. Beim Sachsler Seefeld kam dann entlich der ersehnte Verpflegungsposten, langsam wurde mein Wasser knapp. Nachdem ich meine Flaschen wieder voll hatte, ging es weiter bis rauf nach Abgschütz.  Der Aufstieg durch die Geröllfelder waren nochmals richtig anstrengend und zum Schluss ging es über einen mit Eisenketten gesicherten steilen Pfad bis zum Gipfel. Jetzt war es fast geschaft, noch vier Kilometer runter, denselben Weg wie bei der ersten Runde. Es dämmerte schon langsam und aus den Wolken nieselte es leicht. Mittlerweile wieder alleine, lief ich müde die letzten Kilometer runter nach Frutt. Nach 10 h 02 hatte ich es geschafft. Eigentlich rechnete ich mit unter 10 Stunden, aber egal, es kann nicht immer nur super laufen sein.

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